Frage und Antwort: Streunerkater mag unsere Katze nicht

Leserfrage zum Thema Tierpsychologie:

veröffentlicht im Katzenmagazin OUR CATS (Ausgabe 05/15)

Unsere Kätzin (geb.2011, kastriert, aus dem Tierheim, Freigängerin) ist seit 12/2012 in unserer Obhut. Vor ca. 1 Jahr hielt sich ein herrenloser, zu Beginn an sehr scheuer Kater, auf unserem Grundstück auf. Dank intensiver Bemühungen fasste der Kater Vertrauen und ist nun zutraulich, kastriert, geimpft und lt. Tierarzt ca. 2010 geboren.
Streunerkater_mag_Katze_nicht
Zuerst sind sich die beiden Katzen aus dem Weg gegangen. Es herrschte meist Friede. Zwischenzeitlich wurde unsere Katze vom Kater belauert und angesprungen. Verletzungen sind bisher noch nicht aufgetreten und wir hoffen, dass dies auch so bleibt. Unsere Katze reagiert verschüchtert. Aufgrund seines Verhaltens ist es daher auch nicht möglich, den Kater ins Haus zu lassen. Bei einem Testlauf reagierte unsere Katze verstört.

Der Kater hat in einem geschützten Eingangsbereich, seinen Futterplatz, ein warmes Lager mit Heizmatte und seine Toilette. Wir geben wirklich unser Bestes und versuchen beide Katzen gleich zu behandeln um Eifersüchteleien zu vermeiden, befürchten aber, dass das Verhalten des Katers auf Eifersucht beruht.

Wie können wir dem entgegenwirken? Was müssen wir noch tun? Könnten Globuli helfen? Wenn ja, welche?

Die Antwort gibt Nathalie Aigner:

Liebe Barbara,

natürlich ist die Situation für Ihre Katze nicht einfach, wenn auf einmal ein Kater in „ihr Revier“ gebracht wird. Eine Zusammenführung mit einem „richtigem“ Streunerkater, der so allerhand Vorerfahrungen mit Katzen machen konnte und einer Katze, die auch schon bei ihrem Freigang so einige Konflikte mit anderen Katzen erlebt haben kann und die nicht auszuschließende Tatsache, dass sich die beiden „von draußen schon kennen“, stellt nicht die beste Ausgangssituation dar.

Dennoch möchte ich Ihnen Hoffnung geben, denn ich kann von einigen Erfolgen solcher Zusammenführungen berichten.

Suchen Sie sich einen Katzenverhaltensberater mit Erfahrung im Clickertrainingsbereich. Keinen Experten zum Thema Clicker-Tricktraining bei Katzen, sondern im Bereich „positive Verstärkung bei Zusammenführungen“ und Techniken der Gegenkonditionierung bei Katzen.

Zusätzlich gehört das Selbstbewusstsein von Ihrer Katze gestärkt, denn sie sollte gegenüber ihm souveräner wirken. Es sollte nicht mehr vorkommen, dass sie vom Kater belauert wird, denn je öfter der Kater für die Katze überlegener wirkt, umso stärker fühlt er sich und je häufiger sich die Katze in die unterlegene Position begibt, umso unsicherer und ängstlicher wird sie.

Was die erwähnte Eifersucht betrifft, denke ich, dass man vorerst noch gar nicht von Eifersucht sprechen kann, sondern von normalem Katzenverhalten, wenn zwei Katzen noch nicht aneinander gewöhnt sind.

Auch an die Auslastung im Sinne einer „Spieltherapie“ der beiden sollte gedacht werden; natürlich vorerst getrennt.

Selbstverständlich kann auch Homöopathie unterstützend eingesetzt werden. Empfehlungen, welche am besten helfen kann ich hier nicht geben, da man dazu die Katzen persönlich kennen sollte und ich möchte auch dringendst von hauseigenen Zusammenstellungen der Globuli abraten, denn mit dem falsch gewählten Mittel kann unter Umständen Gegenteiliges bewirkt werden. Also an einen ausgebildeten Homöopathen wenden.

Mein Rat ist also sich möglichst rasch, damit sich das Verhalten der beiden nicht noch mehr festsetzt, Hilfe für die Vergesellschaftung, die von alternativen Ansätzen der Medizin begleitet wird, zu suchen.