Frage und Antwort: Katze dazu oder nicht?

Leserfrage zum Thema Tierpsychologie:

 

Veröffentlicht im Katzenmagazin OUR CATS (Ausgabe 05/16)

 

Peggys Tod ist jetzt 1 1/2 Wochen her und mir kommt langsam die Frage auf, ob ich denn wieder eine 3. Katze aufnehmen soll. Charly und Lena sind seitdem Peggy tot ist, anders im Verhalten. Es wirkt alles sehr ruhig hier zu Hause und mir scheint, dass den beiden Peggy ziemlich fehlt.

Cover_1_5.16Bin ziemlich hin und her gerissen. Wie soll ich die Situation entscheiden?

 

Die Antwort gibt Nathalie Aigner:

 

Erst mal tut es mir sehr leid, dass Ihre Katze verstorben ist. Ich weiß aus eigener Erfahrung wie schmerzhaft der Verlust eines lieben Stubentigers sein kann.

 

Ich würde Ihnen raten einige Zeit verstreichen zu lassen und sich im Moment gar nicht mit dem Thema „3. Katze ja oder nein“ auseinandersetzen. Sie selbst brauchen noch Zeit bis Sie den Tod von Peggy verkraftet haben und ich vermute auch Ihre Katzen. Katzen können nämlich auch trauern, wenn ein Artgenosse stirbt.  

 

Gerade für Katzen, die eine starke Bindung zur verstorbenen Partnerkatze hatten, kann deren Tod einen enormen Verlust bedeuten. Schließlich kann es zu Stressreaktionen kommen, denn das soziale Gefüge und vertraute Gewohnheiten der Partnerkatze haben bisher Sicherheit im Alltag geboten.Katze_dazu_oder_nicht_5.16

 

Manche Katzen wirken introvertiert, zeigen ein vermindertes Spielbedürfnis, wählen andere Orte der Ruhe, verhalten sich ängstlicher, neigen zu Übersprungshandlungen wie z.B. vermehrtes Putzen, reagieren mit Unsauberkeit oder Ruhelosigkeit. Einige trauernde Katzen stellen sogar das Fressverhalten nahezu ein.

 

In der Zeit des Trauerns brauchen auch unsere Vierbeiner Beistand. Wenn Sie sich nur mit der eigenen Trauer beschäftigen, überträgt sich das auf die Trauer der verbliebenen Katze und Sie erhalten vielleicht unbewusst die Trauergefühle der Katze aufrecht. Schaffen Sie schöne Momente, umsorgen Sie den Vierbeiner mit viel Nähe, wenn er es zulässt und versuchen Sie, Rituale, die es vorher mit allen Katzen gegeben hat, regelmäßig beizubehalten. Es ist also wichtig, dass durch die eigene Trauer nicht der Blick auf die verbliebenen Katzen verloren geht. Seien Sie erfinderisch und beschäftigen Sie Ihre Katzen! Das schweißt Sie zusammen und hilft auch Ihnen über den Verlust besser hinwegzukommen.

 

Wenn es Ihnen schließlich besser geht, steht einer neuen dritten Katze nichts mehr im Wege!