Frage und Antwort: Großes Geschäft neben der Katzentoilette

Leserfrage zum Thema Tierpsychologie:

veröffentlicht im Katzenmagazin OUR CATS (Ausgabe 08/15)

Meine Minki (11 Jahre, 1 Katzenfreund) erledigt ihr großes Geschäft seit unserem Umzug vor 11 Monaten neben ihrem Katzenklo. Zum Urinieren geht sie allerdings schon in die Toilette. Ich habe alles, wirklich alles probiert.Sogar zu einer Tierpsychologin nahm ich schon Kontakt auf. Bevor ich es nun mit Tierkommunikation versuche, denn das wäre meine letzte Idee, möchte ich Sie fragen, ob Sie noch einen weiteren Vorschlag haben.

Die Antwort gibt Nathalie Aigner:

Aus Ihrem Schreiben geht leider nicht hervor, was Sie bis jetzt alles schon probiert haben um die Unsauberkeit von Minki in den Griff zu bekommen. Dennoch möchte ich Ihnen nun folgende typische Herangehensweise bei einem Problem wie Ihrem beschreiben.

Zu allererst sollten Sie Minki tierärztlich durchchecken lassen. Erkrankungen, wie beispielsweise Magen-Darm-Probleme oder Stoffwechselerkrankungen sollten ausgeschlossen werden, bevor die Ursachenforschung beginnt.

Ich habe sehr viele Fälle erlebt, wo Katzen mit körperlichen Erkrankungen teilweise jahrelang unsauber waren, weil ihre Katzenhalter glaubten sie seien gesund! Großes Geschäft neben der KatzentoiletteBedauerlicherweise ordnen Katzen Erfahrungen mit Schmerzen nicht unbedingt ihrem eigenen Körper zu, sondern oft dem Ort an dem sie die Beschwerden erleben. Eine Katze, die plötzlich Schmerzen beim Aufsuchen der Katzentoilette hatte bzw. Unwohlsein dabei verspürt, wird versuchen diese in Zukunft zu umgehen und wird sich einen anderen Ort suchen, an dem der Kotabsatz „nicht wehtut“.

Wenn Sie als Katzenhalter dann erfahren, dass Minki organisch gesund sein sollte, dann ist es wichtig genauer hinzuschauen und vor allem in erster Linie einmal das Katzenklomanagement zu überdenken. Anhaltspunkte dafür wären: immer eine Katzentoilette mehr als Anzahl der Katzen im Haushalt leben; den größten möglichsten Abstand zwischen den Toiletten bieten; große, geräumige offene Katzenklos; sicherer, geschützter Platz in der Wohnung; langsames Umstellen auf ein feinkörnige Klumpstreu; etc.

Wenn auch dieser Ansatz mit bestem Gewissen abgehackt werden kann und man weiß, dass es nicht am Klomanagement liegen wird, dann schaut man weiter: Fühlt sich die Katze mit dem Tagesablauf wohl? Versteht sie sich mit dem Katzenkumpel? Wirkt sie oft gelangweilt? Neigt sie zu ängstlichem Verhalten? Es geht vor allem um die Ergründung der Frage: Gibt es einen Punkt im Leben von Minki und ebenso auch aus der Sicht von Minki, dass sie sich nicht wohlfühlt oder wohlfühlen kann?

Ich würde Ihnen empfehlen, noch einmal Kontakt zu einem anderen Tierpsychologen aufzunehmen, der sich die Situation auch vor Ort bei Ihnen zu Hause ansehen kann, denn aus Erfahrung vermute ich, dass die Lösungswege, die Sie schon versucht haben, noch nicht vollständig ausgeschöpft wurden. Sollten Sie an eine Abgabe von Minki denken, möchte ich Ihnen ans Herz legen, dass Sie sich das wirklich gut überlegen sollten, denn Minki setzt aus ihrer Sicht mit der Unsauberkeit auf jeden Fall ein Zeichen, dass ihr etwas missfällt.