Spätes Glück – wenn sich Senioren eine Katze ins Haus holen

Veröffentlicht im Katzenmagazin OUR CATS (Ausgabe 03/16)

 

Schon Pablo Picasso meinte, dass „Katzen die rücksichtsvollsten und aufmerksamsten Gesellschafter sind, die man sich nur wünschen kann“ – also warum nicht auch als älterer Mensch den Lebensabend mit einem Samtpfötchen gemeinsam verbringen.

Katzen eignen sich nicht nur für junge Menschen, sondern auch durchaus für ältere Semester. Durch ihre liebevolle Art sind sie treue Begleiter und bereichern auf verschiedenste Weise das Wohlbefinden und die Gesundheit des Menschen. Was würde es schöneres geben, als mit einer schnurrenden Katze auf dem Schoß in einem Sessel zu sitzen, die Ruhe zu genießen und es sich einfach nur gut gehen zu lassen?

 

Cover_1_3.16Verschiedene Gründe, warum man sich im Alter für eine Katze entscheiden sollte

 

Katzen halten fit

 

Katzen wird nachgesagt, dass sie der Seele gut tun. Auch auf das Gemüt von Senioren wirken sie vorteilhaft.  Dies wiederum führt dazu, dass Katzen auch die Gesundheit positiv beeinflussen. Beim Streicheln einer Katze wird nämlich das Bindungshormon Oxytocin ausgeschüttet, welches bewirkt, dass man sich allgemein einfach besser fühlt. Zudem beruhigt der Kontakt zum vierbeinigen Seelentröster ungemein. Auch Stresssymptome, Schlafprobleme, hoher Blutdruck oder Depressionen treten mit einer Katze nicht in dem Ausmaß auf, als ohne einer Mieze. Geistige und ebenso körperliche Fitness werden durch die Haltung einer Katze gefördert, denn so manch ein Stubentiger kann einem mit seinem Beschäftigungsdrang ganz schön auf Trab halten.

 

Katzen geben dem Alltag wieder Struktur

 

Eine Mieze kann verhindern, dass der Alltag älterer Menschen langweilig wird, denn um eine Katze muss man sich kümmern und sie versorgen. Die Stubentiger geben einen Rhythmus vor. Füttern, Beschäftigungsrituale, Tierarztbesuche oder aber auch bei manchen Miezen die tägliche Fellpflege können dabei helfen den Alltag von Senioren wieder zu strukturieren. Entscheidend ist dabei nämlich der Faktor, dass der ältere Mensch wieder eine Beziehung zu etwas eingeht und sich mit dem Lebewesen auseinandersetzt und sich darum sorgt.

 

Ab und an schafft es sogar ein Samtpfötchen den Kreislauf aus sozialem Rückzug oder Passivität zu durchbrechen. Denn nicht nur ein Hund bietet Gelegenheiten um die eigenen vier Wände zu verlassen, auch mit Katzen kann man gemeinsam raus in die Natur gehen und sie beobachten und gegebenenfalls auf andere Menschen und Katzenliebhaber treffen.

 

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Katzen sind Freund und auch Seelentröster

 

Dem Zitat von Daniel Defoe „Wer eine Katze hat, braucht das Alleinsein nicht zu fürchten.“ ist nur zuzustimmen, denn durch die Anwesenheit eines Stubentigers fühlt sich der Mensch nicht nur weniger alleine, sondern er ist es auch. Katzen können auch gut über partnerschaftliche Verluste oder Einsamkeit hinweghelfen. Gerade bei älteren Menschen lösen Katzen positive Gefühle aus und verbessern dadurch deren Lebensqualität und Wohlbefinden enorm. Sie können sich gegenseitig eine gute Stütze sein. Manches Mal fühlen sie sich von Haustieren besser verstanden oder akzeptiert, als beispielsweise von Freunden oder Angehörigen. Im Alter vermissen viele Menschen das Gefühl gebraucht zu werden und eine Katze kann diesem Gefühl stark entgegentreten.

 

Ältere Katzen passen sehr gut zu älteren Menschen

 

Wenn es darum geht, welche Katze man sich als älterer Mensch nach Hause holen sollte, gibt es eindeutig nur eine Antwort: Es ist sinnvoll bereits ein älteres Tier zu wählen, welches ebenfalls nicht mehr das Jüngste ist. Katzen können nämlich bei guter Pflege um die 20 Jahre alt werden. Ein älteres Katzensemester ist zudem viel ruhiger als ein kleines quirliges Kitten, welches einem älteren Menschen doch noch einiges an körperlicher Anstrengung und Aufwand bereiten kann. Außerdem suchen ältere Katzen meist auch schon mehr Nähe, Zuwendung und Zärtlichkeit und genießen die ruhige Aufmerksamkeit des Katzenbesitzers.

 

Es ist wirklich alles andere als empfehlenswert als älterer Mensch einer kleinen, jungen Katze ein zu Hause zu geben, denn dies führt auch immer zum Nachteil des Kittens. Ein älterer Mensch möchte seinen wohl verdienten Lebensabend genießen und sich nicht immer nur mit einem Kätzchen, welches Gardinen hochklettert, teure Möbel zerkratzt oder einfach die Wohnung auf den Kopf stellt, beschäftigen. Folge davon ist schließlich, dass die Katze weg müsste. Deshalb gleich einer älteren Katze ein zu Hause schenken.

 

Selbstverständlich sollte trotz geringerer Lebenserwartung solcher Katze, die Situation geklärt sein, falls dem Katzenhalter etwas zustößt oder er sich einfach nicht mehr um den Stubentiger kümmern kann. Die Absicherung wegen der Versorgung des Tieres ist eines der wichtigen Faktoren, wenn sich jemand Älterer eine Katze nimmt.

 

Ebenso kann man sich bei der Suche nach der passenden Katze in Tierheimen oder bei Tierschutzvereinen erkundigen. Grundsätzlich ist es nämlich ratsam eine Katze nicht zur Einzelhaltung zu zwingen, denn Miezen sind durchaus sehr gesellige Tiere – allerdings gibt es immer wieder „Einzelkatzen“, die eben keine Gesellschaft bevorzugen. Diese Tiere wären ideal für Senioren, denn meist wird es schwierig sich als Senior zwei Katzen zu halten, denn das bedeutet natürlich auch doppelte Aufgaben.

 

Spätes_Glück_Senioren_Katzen_2_3.16Überlegungen als Senior bevor man sich eine Katze ins Haus holt

 

Manche Senioren zögern bei dem Schritt Verantwortung für einen Stubentiger zu übernehmen, weil sie nicht wissen, was aus dem Vierbeiner wird, wenn sie sich einmal nicht mehr um ihn kümmern können. Folglich ist es von Wichtigkeit sich vor der Anschaffung ein „familiäres oder freundschaftliches Netzwerk“ zu überlegen und zu schaffen. Am besten man bespricht mit der Familie, Angehören oder Freunden, wer sich im Fall der Fälle um die geliebte Katze weiterkümmern wird.

 

Ebenso gibt es Tierschutzverträge, wenn man sich die Katze aus einem Tierheim oder einem Katzenschutzverein holt, die sich das Recht vorbehalten, die Katze wieder zurückzunehmen, bevor sie in falsche Hände kommen sollte.

 

Für den Fall, dass man als älterer Mensch in ein Senioren- und Pflegeheim muss, sollten im Vorhinein schon Erkundigungen stattfinden, ob es erlaubt ist, sein Haustier dorthin mitzunehmen. Es gibt durchaus sehr viele tierfreundliche Heime.

 

Wenn die Frage nach der Versorgung geklärt ist, dann steht einer Katzen-Senioren-WG nichts mehr im Wege.

 

Was tun, wenn man gerne eine Katze hätte, aber sich der Verantwortung nicht (mehr) stellen möchte?

 

Sicherlich gibt es Senioren, die sich eine Katze als Lebensbegleiter wünschen würden, sich aber der Verantowrtung aufgrund des höheren Alters nicht stellen möchten. In diesem Fall ist es empfehlenswert sich beispielsweise als Katzensitter in der eigenen Familie oder der Nachbarschaft anzubieten. Auch im Tierheim kann man zu diesem Zweck nachfragen. Gerade Tierheime sind immer wieder erfreut darüber, wenn sich Menschen anbieten um freiwillige Hilfe bei der Versorgung der Tiere zu leisten.

 

Egal ob „Katzensitting“ bei jemand anderem Zuhause oder im Tierheim – beide Seiten haben etwas davon: Katzenhalter werden entlastet und Senioren haben wieder das Gefühl nützlich zu sein und gebraucht zu werden.