Frage und Antwort: Zu herzkranker Katze eine andere dazu?

Leserfrage zum Thema Tierpsychologie:

 

veröffentlicht im Katzenmagazin OUR CATS (Ausgabe 09/15)

 

Hintergrund meiner Anfrage ist, dass wir für unsere 13 Jahre alte Persermiez vielleicht eine(n) neue(n)  Gefährtin(en) suchen, aber nicht wissen ob es richtig ist. Sie hatte bis vor ca. 3 Jahren einen Kumpel (Exotic Kurzhaar), der leider an HCM erkrankt war. Leider haben wir es viel zu spät bemerkt und wir konnten ihn nicht mehr retten. Seit gut einem Jahr leidet nun auch die Perser an einer Herzkrankheit. Sie ist in regelmäßiger Überwachung beim Tierarzt und bekommt ein Medikament. Die Frage ist nun: Würde sich unsere Miez mit einer(m) neuen Gefährtin(en) vertragen oder ist das zu stressig für sie? Wäre eine ältere ruhige Miez oder vieleicht ein jüngeres „Pärchen“ besser? Wir würden uns sehr freuen wenn Sie uns Ihre Meinung und Erfahrungen dazu mitteilen könnten.

 

Die Antwort gibt Nathalie Aigner:

 

Zuerst einmal möchte ich Ihnen mein tiefes Mitgefühl ausdrücken, dass Sie Ihrem Kater nicht mehr helfen konnten. Es ist sehr schwer unsere geliebten Vierbeiner gehen lassen zu müssen. Bedauerlicherweise haben Sie nicht erwähnt an welcher Herzerkrankung Ihre Perserkatze nun leidet, weshalb es schwierig ist, die Situation genau einzuschätzen. Da Sie aber schreiben, dass sie in tierärztlicher Kontrolle ist, würde ich Ihnen zusätzlich zu meinem nachstehenden Ratschlag empfehlen, auch den behandelnden Tierarzt um eine Meinung zu bitten.

 

Herzkranke_KatzeZiel einer Herzerkrankungsbehandlung ist es, das kranke Organ medikamentös zu entlasten. Gerade die Vermeidung von Stress ist bei einer Herzerkrankung von großer Bedeutung. Natürlich birgt ein neuer Mitbewohner die Gefahr einer zusätzlich entstehenden Belastung. Allerdings sollten Sie sich in erster Linie einmal die Frage beantworten, wer überhaupt eine neue Katze „möchte“. Möchten Sie selbst wieder einen zusätzlichen Gefährten oder merken Sie an der Perserkatze, dass ihr der Kumpel fehlt und sie womöglich depressives Missbehagen zeigt?

 

Falls Sie nach ausreichender Überlegung feststellen, dass die „Altkatze“ den Verlust der Partnerkatze nicht ordentlich verkraften kann, sich sehr viel zurückzieht, keine kätzische Lebensfreude mehr ausstrahlt und es vermutlich nicht nur an normalen Alterserscheinungen oder der Erkrankung liegt, dann würde ich schon dazu raten wieder einen Partner für sie zu suchen. Ich würde eher zu einem älteren Tier tendieren, denn bei 2 Jungspunden kann es erfahrungsgemäß passieren, dass es ihr trotzdem zu viel wird. Bei der Auswahl der richtigen Partnerkatze sollten Sie eine „perserähnliche Rasse“ im ungefähr gleichen Alter bevorzugen.

 

Normalerweise empfehle ich nur in Ausnahmefällen eine Einzelhaltung bei Katzen, sollte es aber so sein, dass Ihr Tierarzt den gesundheitlichen Zustand sehr schlecht einschätzt, dann würde ich bei der Neuanschaffung noch einige Zeit verstreichen lassen. Sie werden bestimmt das Beste zum Wohle Ihres Lieblings entscheiden!