Keine Chance dem Winterspeck

Veröffentlicht im Magazin all4pets – Ausgabe 15/04

 

Wenn der Winter ins Haus steht, neigen nicht nur wir Menschen zu mehr Gemütlichkeit. Auch Katzen, egal ob Wohnungs- oder Freigängerkatzen, machen es sich gerne in der warmen Stube bequem. Weniger Energieverbrauch, aber trotzdem gleichbleibende Essensrationen führen unweigerlich zu mehr Gewicht. Damit sich der Winterspeck oder mit anderen Worten Übergewicht bei Ihrer Katze nicht breit machen kann, haben wir ein paar wertvolle Tipps für Sie! Falls Sie bereits ein „Moppelchen“ zu Hause haben, werden Sie hier auch einige Anregungen zum Abnehmprogramm der Katze finden.

 

11936Idealgewicht einer Katze

 

Ob eine Katze Unter-, Normal- oder Übergewicht hat, lässt sich nicht pauschal an Zahlen festsetzen, denn Geschlecht, Rasse und Alter des Vierbeiners spielen dabei eine nicht unerhebliche Rolle. Generell kann man aber sagen: Katzen sind zu dick, wenn man beim Streicheln ihre Rippen nicht mehr fühlen kann, keine erkennbare Taille vorhanden ist und sie eine deutliche Fettschicht am Bauch trägt. Hier gilt es aber aufzupassen, denn die sogenannte „Kastrationsschürze“ wird von Katzenhaltern häufig mit Übergewicht der Katze verwechselt. Der typische „Kastratenbauch“ ist tatsächlich aber nicht anderes als eine Bindegewebsschwäche, welche viele Katzen nach der Kastration bekommen können. Dies stellt keinen Grund zur Besorgnis dar.

 

Zudem vorhergenannten sind aber mangelnde Bewegungsfreude oder Kurzatmigkeit ein Indiz für Übergewicht. Bei einer idealgewichtigen Katzen sind die Rippen nicht zu sehen und die Taille ist gut erkennbar. Brustkorb und Rückenwirbel sollen sich gut ertasten lassen, aber nicht deutlich hervorstechen.

 

So vermeiden Sie Übergewicht bei einer Katze

 

Um Übergewicht zu vermeiden ist es wichtig, sich als Katzenhalter den Umstand bewusst zu machen, dass überwiegend der Mensch das Gewicht seiner Katze in der Hand trägt und beeinflusst. Die Katze wacht nichts morgens kugelrund auf. Das Hüftgold wird mit wochen-, monate- oder sogar jahrelanger kalorienreicher Nahrung und dürftiger Bewegung verdient. Versuchen Sie also nicht nur kurzfristig das Gewicht der Katze unter Kontrolle zu halten, sondern achten Sie auf regelmäßige Gewichtskontrollen. Denn je weiter der Zeiger der Waage ausschlägt, umso mühsamer ist es die überflüssigen Pfunde wieder zu minimieren.

 

Damit es nicht zu Übergewicht kommt, ist es wichtig, Leckerchengaben auf die tägliche Gesamtfuttermenge anzurechnen. Normale Futterrationen plus Extra-Happen treiben das Gewicht der Katze enorm schnell in die Höhe. Achten Sie darauf, dass die Leckerbissen kalorienarm sind.

 

Ebenso sollten keine Tischreste verfüttert werden. Möchten Sie die Katze für etwas belohnen und ihr Gutes tun, können Sie die Leckerlies durch Liebkosungen, Zuwendung oder auch durch eine kurze Spieleinheit ersetzen.

 

Führen Sie feste Fütterungszeiten mit hochwertigem Futter ein und lassen Sie der Katze keinen unbegrenzten Zugang zu Futter. Gelangweilte Katzen fressen oft mehr, als ihnen gut tut. Überdies steigern mehrere Mahlzeiten über den Tag verteilt, den Energieverbrauch und reduzieren das hervorgerufene Hungergefühl. Erwachsene Katzen sollten täglich 2-3 Mal täglich gefüttert werden, ältere 4 Mal und Jungkatzen noch häufiger.

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Eine stark kalorienreiche Ernährung führt unweigerlich zu Gewichtszunahmen bei Katzen. Versuchen Sie deshalb auch den tatsächlichen Energiegehalt des Futters auf der Etikette der Futterverpackung nachzulesen und zu berechnen. Eine erwachsene Katze benötigt durchschnittlich etwa 40-70kcal pro Kilogramm Körpergewicht, je nach Alter, Größe, Rasse und Aktivitätsgrad. Die Fütterungsempfehlung bei Dosenfutter liegt für eine ca. 4kg schwere Katze bei 150 bis 400g und bei Trockenfutter zwischen 40-80g – je nach Qualität des Futters. Beachten Sie allerdings auch bei den Tagesrationen die Empfehlungen des Futtermittelherstellers.

 

Häufig tritt die Frage nach der richtigen Fertignahrung auf. Ist eine reine Trockenfütterung, reine Nassfütterung oder doch eine Mischung daraus sinnvoller um Übergewicht der Katze zu vermeiden? Oder sollte man die Katze nicht überhaupt nach dem „B.A.R.F.“-Konzept (biologisch artgerechte Rohfütterung) ernähren?

 

Welche Ernährungsform nun besser ist, lässt sich in wenigen Sätzen nicht erklären. Schließlich gibt es nicht umsonst zahlreiche Buchbände zum Thema Ernährung der Katze. Wer seine Katze gesund und hochwertig füttern möchte, wird um einige Katzenratgeber nicht herumkommen, denn wie vermutlich viele Katzenhalter schon bemerkt haben, gibt es immer wieder unterschiedliche Meinungen dazu.

 

Um das Gewicht der Katze aber zusätzlich zu halten, sollte an einer bewegungsreichen Haltung gearbeitet werden. Damit ist gemeint: Sport für den Stubentiger! Schaffen Sie verschiedene Bewegungsanreize, wie beispielsweise einen neuen Kratzbaum, angebrachte „Catwalks“ (Wandregale für Katzen) oder ein neuer Aussichtspunkt am Fenster. Schwingen Sie eine Katzenangel, die die Jagdleidenschaft der Katze anspornt und legen Sie vermehrt am Tag gemeinsame Spielrunden ein.

 

Um möglicherweise schon überflüssige Kalorien zu verbrennen, können Sie der Katze das Futter auch erarbeiten lassen, denn in freier Wildbahn muss eine Katze ebenfalls jagen, um an Essbares zu kommen und hält sich damit fit. Mit Hilfe von Trockenfutter in Papier eingewickelt, welches die Katze dann auspacken darf, Clickertrainings-Einheiten, Futterbällen oder durch den Einsatz von Intelligenzspielzeug können Katzen eine Weile beschäftigt werden und haben dabei auch noch besondere Erfolgserlebnisse. Seien Sie erfinderisch und durchbrechen Sie damit die aufkommende Faulheit Ihrer Katze. Auch bei älteren Katzensemestern kann man durch das Erarbeiten des Futters, wieder Schwung und Spaß ins Leben bringen.

 

In dem ein oder anderen Fall, kann auch ein Artgenosse als Spielfreund ein wahres Motivationswunder zur Bewegung darstellen. Die beiden können sich gegenseitig auf Trab halten, womit die Kalorienverbrennung immer schön angeregt wird.

 

Wenn die Katze doch zu viele Pfunde hat

 

Sollte Ihr Stubentiger zu dick sein, dann hat zuerst ein Tierarzt auszuschließen, dass es sich nicht um ein krankheitsbedingtes Übergewicht der Katze handelt. Ein Gesundheitscheck ist vor jeder Diät wichtig, denn zu viele Pfunde können auch Symptome von verschiedensten Erkrankungen darstellen.

 

20151124_141700Zudem ist auch erwähnenswert, dass übergewichtige Katzen häufiger an Diabetes mellitus, Leberschäden, Herz-Kreislauf-Störungen, Haut- oder Gelenkserkrankungen, sowie Harnsteinen oder an einer Schilddrüsenunterfunktion leiden. Wird eine Erkrankung ausgeschlossen, steht dem Kampf gegen die Speckpölsterchen nichts mehr im Wege und die Ernährung kann den aktuellen Verhältnissen angeglichen werden.

 

Es gibt verschiedene Ansätze der Diätologie um die Pfunde einer Katze purzeln zu lassen: Entweder eine Ernährungsumstellung auf entsprechende Diätfuttermittel, eine Umstellung von minderwertigem zu hochwertigem Katzenfutter oder eine angepasste langsame Futterreduktion. Selbstverständlich immer begleitend mit einem Bewegungsprogramm für die Katze.

 

Am sinnvollsten ist es, einen Diätplan mit dem Tierarzt oder einem Ernährungsberater für Tiere zu besprechen und zu Beginn der Diät ein Zielgewicht festzulegen. Eigenmächtige und nicht fachmännisch angeleitete Fett-Weg-Programme ziehen nämlich häufig Probleme nach sich. Überdies sollte bedacht werden, dass eine Nulldiät oder eine FdH-Kur nicht nur ungeeignet, sondern sogar sehr schädlich für den Organismus und die Gefahr einer hepatischen Lipidose besteht (schwerwiegende Leberstoffwechselstörung). Das bedeutet, dass das Futter der Katze nicht zu streng und zu schnell reduziert werden darf! Sie soll nicht hungern müssen. Ebenso wird sie gegen eine zu „schmale“ Kost heftig protestieren. Verhaltensauffälligkeiten, wie beispielsweise Unsauberkeit können folgen. Ferner kann ein zu rascher Futterwechsel problematisch werden, denn nicht jede Katze mag jede Futtersorten. Ist der Vierbeiner nämlich eigensinnig, verschmäht das Futter und tritt in tagelangen „Hungerstreik“, kommt das wiederum einer Nulldiät gleich und kann lebensgefährlich sein.